Soft Skills = Real Skills: Es ist Zeit für eine neue Perspektive.

Soft Skills = Real Skills: Es ist Zeit für eine neue Perspektive.

Soft Skills = Real Skills: Es ist Zeit für eine neue Perspektive.

Annalena Bibo

In einer Welt, die immer stärker von digitalen Technologien und komplexen sozialen Netzwerken geprägt ist, sind es vor allem die sozialen Fähigkeiten, die uns dabei unterstützen und befähigen, mit den vielschichtigen Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt umzugehen. Diese als „Soft Skills“ bekannten Kompetenzen – darunter zwischenmenschliche Fähigkeiten, emotionale Intelligenz und die Fähigkeit, in diversen Situationen angemessen zu reagieren – sind entscheidend für unseren beruflichen Erfolg und machen häufig einen bedeutenden Unterschied aus. Trotz ihrer Bedeutung werden sie in der traditionellen Sichtweise der Arbeitswelt oft noch als weniger wichtig im Vergleich zu den fachspezifischen „Hard Skills“ gesehen und bewertet. Zu Unrecht, wie wir finden. Ist es nicht längst an der Zeit, unsere Perspektive zu ändern und Soft Skills als das zu erkennen, was sie wirklich sind: unverzichtbare, fundamentale Fähigkeiten, die für den Erfolg eines Unternehmens essentiell sind? 

Die problematische Einteilung in „weich“ und „hart“

Im Unternehmensalltag sowie in Bewerbungsverfahren kommt in der Regel beiden, Soft Skills sowie Hard Skills, wesentliche Bedeutung zu. Warum aber stellen wir “Soft Skills” dann häufig noch als optional oder weniger wichtig dar? Die Antwort liegt eben genau in der Bezeichnung und in der damit verbundenen traditionellen Einteilung unserer Fähigkeiten in „weich“ und „hart“, welche fälschlicherweise oft noch eine Überlegenheit der Hard Skills suggeriert. Diese Annahme beruht unter anderem auf der leichten Messbarkeit fachlicher Fähigkeiten durch z.B. Zertifikate und Prüfungen, im Gegensatz zu sozialen Kompetenzen, die sich direkter Quantifizierung oft entziehen. Dadurch wurden Soft Skills lange als Nice-to-have, aber nicht als essenzielle Ergänzungen abgetan. Diese Sichtweise verkennt jedoch ihre fundamentale Rolle für den beruflichen Erfolg. Denn trotz der herausfordernden Messbarkeit sind Fähigkeiten wie Teamarbeit, Empathie und effektive Kommunikation keine Nebensächlichkeiten, sondern Kernkompetenzen, die in der Arbeitswelt von heute unverzichtbar sind. Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, sie als ebenso wichtig wie Hard Skills zu betrachten und beispielsweise bereits in Stellenausschreibungen und Bewerbungsverfahren, als gleichwertig neben den fachlichen Kompetenzen und Anforderungen zu positionieren. 

Mehr als nur Fachwissen: Ein ganzheitlicher Ansatz zur Entwicklung von Mitarbeitenden

Soziale und emotionale Fähigkeiten sind, ähnlich den fachlichen Fähigkeiten, durch Interaktion, Erfahrung und bewusste Praxis erlernbar und entwickelbar. Damit sie in der Unternehmenskultur die ihnen gebührende Anerkennung finden, ist es wichtig, dass Organisationen die Bedeutung dieser Fähigkeiten erkennen und gezielt in ihre Entwicklung investieren. Eine Kultur, die offene Kommunikation, Empathie und kritisches Denken nicht nur wertschätzt, sondern als unverzichtbare Pfeiler des beruflichen Erfolgs versteht, ist hierfür grundlegend. Dies erfordert allerdings ein Umdenken in sämtlichen Bereichen der Organisation – von der Einstellungspolitik über die Entwicklung der Mitarbeitenden bis hin zur täglichen Arbeitspraxis.

Investitionen in Personalentwicklung und Weiterbildungsprogramme, die speziell darauf ausgerichtet sind, diese essentiellen Kompetenzen zu fördern, sind ein weiterer wichtiger Schritt. Solche Programme können Mitarbeitenden die notwendigen Werkzeuge an die Hand geben, um in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt zu bestehen. Es geht darum, eine Unternehmenskultur zu etablieren, in der die Förderung von sozialen Fähigkeiten gleichrangig neben der fachlichen Expertise steht. Dazu gehört neben dem Angebot von entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen, die diese Schlüsselkompetenzen gezielt stärken, auch die Schaffung einer Arbeitsumgebung, in der alle Mitarbeitenden ermutigt werden, sich kontinuierlich in diesen Bereichen weiterzuentwickeln. 

Vom Nice-to-have zum Must-have: Die Neubewertung beruflicher Kompetenzen

Die Förderung von sozialen und emotionalen Fähigkeiten beginnt mit der Anerkennung ihrer Bedeutung – als unverzichtbare, fundamentale Fähigkeiten. Wir finden, dass es an der Zeit ist, die Unterscheidung zwischen Hard und Soft Skills zu hinterfragen und beide Bereiche als gleichermaßen wichtig für die Personalentwicklung und den Unternehmenserfolg zu betrachten. Indem wir diese Perspektive ändern und sowohl in fachliche als auch soziale Kompetenzen unserer Mitarbeitenden investieren, schaffen wir ein Arbeitsumfeld, das den Erfolg jedes Einzelnen und des gesamten Unternehmens fördert. Die Zukunft der Arbeit gehört den Unternehmen, die diese Sichtweise verinnerlichen und aktiv vorantreiben.